Signalflaggen

Posted on 9th Februar 2009 by admin in Misc

Ich bin letztens durch eine Buchhandlung gestreift auf der Suche nach einem Geschenk für meinen Neffen. Bei den Sachbüchern bin ich hängen geblieben, er interessiert sich nämlich brennend für die Schifffahrt und alles was dazu gehört. Und das Morsealphabet hat er auch schon auswendig gelernt. Ich fand ein Buch über die Schifffahrt allgemein, die verschiedenen Signalflaggen und die internationalen Signalflaggen-Alphabete.

Ich habe ein wenig in dem Buch herumgeblättert und die Methode, mit Signalflaggen zu kommunizieren ist wirklich interessant. Schon sehr früh nutze man diesen Weg der optischen Kommunikation. Doch erst seit 1901 gibt es ein internationales Signalbuch in dem die Bedeutungen der Fahnen festgelegt sind. Davor gab es kein einheitlich geregeltes System und die Signale waren meist nur national festgelegt und geheim, damit Feinde die „Gespräche“ nicht mitverfolgen konnten.

Nun kann man mit Hilfe der Signalflaggen mit jedem Schiff Kontakt aufnehmen, auch wenn man deren Sprache nicht spricht. Die Signalflaggen stehen nämlich nicht nur für einzelne Buchstaben oder Zahlen, sondern auch für ganze Sätze und diese werden dank dem internationalen Signalbuch von jedem verstanden. Die Flagge für O (Oscar) zum Beispiel bedeutet auch „Mann über Bord“. A (Alfa) steht dafür, dass man Taucher im Wasser hat und andere Schiffe einen großräumig umfahren sollen, um die Taucher nicht zu gefährden.

Meist beschränken sich die Nachrichtenübermittlungen auf den Austausch solcher Phrasen, buchstabiert werden nur Namen, zum Beispiel von Crewmitgliedern. Das Buchstabieren ist relativ aufwändig, da man nur vier Flaggen gleichzeitig hissen kann. Einfacher geht das Buchstabieren jedoch mit dem Winkeralphabet. Hierbei werden die Buchstaben durch zwei Fahnen symbolisiert, die in verschiedenen Positionen zueinander stehen. Auch wenn diese Art der Kommunikation relativ zeitaufwändig ist, wird sie immer noch verwendet. Denn im Gegensatz zum Funk kann sie nicht abgehört werden. Bei der japanischen Marine und der Navy ist das Winkeralphabet deswegen immer noch ein offizieller Kommunikationsweg.

Auch wenn der Funk die Signalflaggen weitgehend ersetzt hat, sind sie immer noch wichtiger Bestandteil der Schifffahrt. Denn die Technik kann einen immer wieder im Stich lassen und in manchen Situationen ist es einfacher eine Fahne zu hissen, als jedes Schiff im Umkreis einzeln anzufunken. Ich bin jetzt jedenfalls gespannt, ob mein Neffe die Signalflaggen auswendig lernt und sich künftig mit dem Nachbarsjungen nur noch mit Fahnen Botschaften übermittelt.

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